Titel


Samstag, den 15. April 2000

Hallo, herzlich willkommen zur 28. Familienwoche auf Burg Ludwigstein

Birte Endlich hat die wochenlange Warterei ein Ende. Seit zwei Wochen hab' ich schon meinen Koffer gepackt und jeden Morgen hieß es: "Es ist Osterzeit aber noch nicht Osterwoche auf der Burg." Gestern sind wir, d.h. Maike, Kalle und ich (Birte), dann endlich angekommen. Berit - meine beste Freundin - Nina, Saskia, Petra, Uwe, Bine und Dorle sind auch schon da. Die Großen stecken seit Stunden ihre Köpfe zusammen und brüten so allerlei lustige Sachen aus. Verraten darf ich aber noch nichts.
Allen wünsch' ich nun viel Spaß und Freud' bei der Fam auf Burg Ludwigstein.


Sonntag, den 16. April 2000

Sensation! Ötzi vom Ludwigstein wiederentdeckt

Lacky Man Ötzi Pünktlich zur Fam 2000 mit dem diesjährigen Thema "Steinzeit" entmumifizierte sich "lacky man" (0190-66666) von der Fam 1999 als Steinzeitmensch. Das besondere der gestrigen Enthüllung aber war die Tatsache, dass es wohl schon vor 5000 Jahren schwarze Sonnenbrillen gab (billige Mitbringsel von Marsmenschen?). Professor Dr. rer. nat. med. W. ist jedenfalls der Meinung, dass die alte Geschichte über den Haufen (vor der Burg) geworfen werden muss. Er reiste sofort ab, um die Entdeckung einer breiten Öffentlichkeit mitzuteilen. Die neue alte Geschichte beginnt auf dem Ludwigstein!


Montag, den 17. April 2000

Kasper rettet die Prinzessin

Kasper Weder die böse Hexe noch der Hofmarschall oder gar die Hasen im dunklen Wald konnten unseren Kasper aufhalten, für die kranke Prinzessin die Wunderäpfel zu holen. Ohne die Hilfe der Kinder aus dem Publikum wäre beinahe aber alles noch schiefgegangen, denn der geldgierige Hofmarschall hatte so einige Tricks auf Lager. Es zeigte sich auch, dass das Hexen-Ein-Mal-Eins den intellenten mathematischen Kenntnissen des Kaspers weit unterlegen ist. Konnte er doch sogar das Publikum und die Hexe mit seinen Künsten verzaubern.

Meute 2 baut die Jurte der DJL auf

Birte Unter fachmännischer Anleitung von Uwe konnte gestern bei herrlichem Wetter (das erste mal in ihrem Dasein?) die Jurte der DJL - Die Jungen Ludwigsteiner - aufgebaut werden.
Am späten Nachmittag traten die Holzfäller und -sammler in Erscheinung. In schwindelnden Höhen wurden abgestorbene Äste abgesägt und zur Lagerstelle in die Jurte geschleppt.
In den nächsten Tagen finden dort weitere Aktivitäten statt: Trinkhörner und Becher werden zum Beispiel gebastelt. Schlüsselblumen

Blütenreiche Wanderung auf schmalem Bergpfad zum Öhrchen

von Holger
Nicht nur Bettina und Bärbel waren von der Blütenpracht unter dem Buchenwald angetan. Das botanische Interesse an Buschwindröschen, Veilchen und Schlüsselblumen sowie der versteckten Haselwurzblüte führten auf dem schmalen Pfad zu kleineren Stauungen, die mitunter so plötzlich auftraten, dass Bettina nur durch geschickte "Sambaschuh-Rutschpartien" ausweichen konnte.


Dienstag, den 18. April 2000

Preisrätsel

von Dorle
Was meint ihr, wer ich bin? Ich gehöre zu den Dingen, die in den meisten Ludwigsteinerhaushalten das ganze Jahr über nur in einem Regal stehen. Und kurz vor Ostern, wenn die Vögel im Frühjahrsrausch das Zwitschern beginnen und im Garten Osterglocken und Tulpen aus dem Boden lugen, geht es los. Plötzlich ist im Hause Wiechmann der Teufel los. Es könnte eine Telefonstandleitung mit dem Hause Wicke geben und auf einmal werden die wunderlichsten Sachen zusammengesucht. Wan-derschuhe, Wollreste, Lederbänder, Erkältungsmedizin, Playmobil und Vorlesebücher, Regenjacken, Sonnencreme, Schokolade, Taschenmesser, Tapetenkleister, Badezeug und Flöten. Die Sucherei geht ziemlich unkoordiniert quer durchs ganze Haus, Listen mit dem Titel "Unbedingt mitnehmen" werden lang und länger. Und immer noch stehe ich unauffällig im Regal. Dann der Tag der Panik: Alles muß auf einmal ins Auto, und dabei ist das nur so groß wie ein Elefantenrollschuh mit Dach. Und dann der Augenblick, wo Dorle ein Licht aufgeht! Es fehlt noch etwas, fast das Wichtigste für eine gelungene Osterwoche. Dorle trampelt treppauf treppab, flucht, heult Götz an, schickt Berit mit suchen. "Wo hat sich das verdammte Ding versteckt? Vor dem Umzug war es bestimmt noch da!" Ich würde mich ja melden, wenn ich könnte. Aber so stehe ich nur da, zwischen der Familienbibel und dem Beatlessongbook. Da guckt natürlich nie jemand hin. Komplett verdrängt, dabei wurde ich vor Jahren sogar liebevoll mit Stoff bezogen und werde Jahr für Jahr mühsam dicker. Zu guter Letzt stolpert Dorle doch noch über mich, ich werde eingepackt und mitgeschleppt.
Jetzt meine Frage: Erratet ihr, wer ich bin? Lösungsversuche sind bitte zwischen 17.55 Uhr und 17.58 Uhr bei Maike abzugeben! Prinzessin, Hexe & Hofdame

Erste greifbare Ergebnisse

Wie kaum zu übersehen, haben die Bastelangebote begonnen. Zwar in vermindertem Umfang (das Töpfern muss krankheitsbedingt leider entfallen), aber dennoch mit dem gewohnten Eifer.
Aus der Puppenwerkstatt erreicht uns die Nachricht, dass es im Königshaus Nachwuchs zu bejubeln gibt - eine weitere Prinzessin erblickte das Licht der Welt. Um den Proporz zu wahren, erhielt allerdings auch die dunkle Seite der Macht Verstärkung in Gestalt einer weiteren Hexe. Unserem Kasper wird die Arbeit auf absehbare Zeit also nicht ausgehen.


Mittwoch, den 19. April 2000

Neues aus der Wissenschaft

von Prof. Dr. D. Prügelpeitsch
Sportbiologen und Musiktheoretiker sind zutiefst beeindruckt. Auf einem kleinen, exponierten Fleck in Nordhessen versammelt sich Jahr für Jahr eine über hundert Nasen zählende, keimbelastete kritische Masse in einem historischen Gemäuer. Über die Jahre hinweg bildete sich ein erstaunliches Maß an musikalischen Fähigkeiten, dennoch ist es nicht gelungen einige absolute Tonmuffel zu integrieren. Selbst beim stimmungsvollsten Tagesabschlußgesang gibt es Exemplare, die es schaffen, "Der Mond ist aufgegangen" tapfer auf einem Ton durchzubrummen. Unfassbar, diese konse-quente Durchsetzung der eigenen Inspiration. Genauso Aufsehen erregend ist in Fachkreisen die doch ansatzweise immer wieder durchbrechende Bewegungslegasthenie. So ist es einigen Individuen unter 120 cm Körpergröße gegeben, auch über die unscheinbarsten Ameisenknochen zu stolpern. Mit solchen Fähigkeiten gesegnet, ist ein kleiner Ausflug an den Burgberg schon ein Geduldstest für jeden Begleiter: Weitere Wege werden besser mit dem Auto bewältigt, auch um die Energiebilanz im positiven Bereich zu halten. Gibt es doch ohnehin genügend schmalere Figuren mit überschüssiger Bewegungstendenz. Sind manche Exemplare also noch im Ausbildungszustand im Bezug auf ihre Bewegungsfähigkeit, so gibt es doch etliche, denen man schon durchaus zutraut, den Unterschied zwischen rechts und links zu beherrschen. Doch beim abendlichen Folkloregehopse wird demnächst nicht nur die Meute 0 bis 1 handtechnisch gelb bzw. grün gekennzeichnet, um den Tanzani-mateuren ihre Lehrtätigkeit zu vereinfachen. Auch diverse Mitglieder der Meute 5 werden in den nächsten Tagen wasserfest teil-eingefärbt. Wir wollen nur hoffen, dass selbige rechtslinksschwache Exemplare nicht auch noch mit Farbenblindheit geschlagen sind. Eine weitere Abweichung von der Lu-Norm ist im Zeiterfassungsbereich zu vermelden. Sind Abweichung vom Morgenempfinden noch durch unterschiedliche Schlafenszeiten zu erklären, gibt es dennoch Exemplare, die sich jeder Gruppenkonformität, besonders bei der Nahrungsaufnahme entziehen. Mit schönster Regelmäßigkeit sind sie auf Wanderwegen unabkömmlich oder finden weitere schlappe Ausreden für dauerndes Zuspätkommen und unsoziales Gruppenverhalten. Alles in allem ist den Forschern verschiedenster Fachrichtungen in dieser Gruppe ein lohnenswertes Studienprojekt erwachsen. Mögen fleißige Orgateams auch weiterhin für regen Nachwuchs jedweder Couleur sorgen.


Donnerstag, den 20. April 2000

Der große Wandertag

Wieher... Eigentlich war ja für alle eine Wanderung zum Hanstein mit Führung vorgesehen. Führungslos kam dann zunächst eine Steinzeitalternative in Kassel hinzu. Was aber war davon für die Meute 0 geeignet? Das Touristenbüro in Witzenhausen eröffnete schließlich eine weitere Möglichkeit: Annette und Martin fanden dort ein Prospekt vom Schulbauernhof Hutzelberg in Oberrieden. Für Mittwoch 15.00 Uhr wurde gleich eine Führung auf dem Hof vereinbart und gestern auch von einem großen Teil der Meute 0 mit Eltern wahrgenommen. Der Schulbauernhof besteht aus zwei Teilbereichen, dem Bauernhof Hutzelberg und der "Ökologischen Hofherberge". Muuuuh...
Jule, sie absolviert zur Zeit ein freiwilliges ökologisches Jahr auf dem Hof, empfing uns. Nachdem sie für die gerade geborenen Lämmer die Milch fertig hatte, zeigte sie uns alle anderen Tiere. Kühe, Pferde, Schafe, Hühner, Kaninchen usw. Es schien als lebe in jeder Ecke des kleinen Hofes ein Tier. Aus jedem Fenster, aus jeder Tür lugte eine feuchte Nase heraus. Die Schafe warteten auch schon sehnsüchtig auf uns, doch nur die beiden Jüngsten unter ihnen sollten etwas Milch bekommen. Simon - eines der Lämmer - wurde von Georg und Birte mit der Flasche gestillt. Simon begleitete uns dann auch wie ein junger Hund über das ganze Gelände bis zum Spielplatz. Hier verabschiedeten wir uns von Jule und Simon.

Wanderung ins Ungewisse

Trotz widriger Witterungsverhältnisse machten sich etliche tapfere FamilienwochenteilnehmerInnen voller Zuversicht auf den Weg zum Hanstein, den sie tragischerweise niemals erreichen sollten. Bis auf die Knochen durchnässt, blieb ihnen dann aber bei ihrem ersten Anlauf auf die Burg die Entdeckung eines geheimnisvollen Ortes vorbehalten, dessen Bezeichnung "Lindewerra-Blick" für die abgekämpften ReckInnen schlechterdings keinen Sinn ergab.
Nachdem ein weiterer Versuch den Hanstein zu erreichen scheiterte, wurde die Teufelskanzel als Ausweichziel auserkoren. Leider liess sich der Wirt, welcher eine nach dem sagenträchtigen Orte benannte Gaststätte betreibt, nicht dazu überreden, auch Gästen, die nicht Willens waren die Speisen oder Getränke des Hauses zu verzehren, in seinem Logament zu dulden. Solchermaßen um eine wohlverdiente Stärkung gebracht, blieb nur noch der Rückweg über Lindewerra. Und siehe da, noch kurz vor der Rückkehr zur Burg hatte der Himmel ein Einsehen und die Sonne ließ sich endlich blicken.


Sonderausgabe vom Freitag, 21. April 2000

Danke!

Igor Nunmehr ist es also amtlich: Igor hat zum letzten Mal das morgendliche Singen geleitet. Begleitet von einer wunderbaren Version des "Fussball-Songs" und einer neuen Variante des Sascha-Liedes (siehe unten), einigen rückblickenden Worten und nicht wenigen feuchten Augen, verabschiedete er sich von der Familienwoche, deren musikalische Ausrichtung er etliche Jahre so wunderbar prägte.
Bleibt den "Zurückgebliebenen" nur noch, herzlichen Dank zu sagen für die vielen wunderschönen Stunden, in denen wir uns von Igor für die Musik begeistern lassen durften.

Zum Abschied von Igor

  1. Igor geizte nicht Worten nirgendwo an keinen Orten.
    Konnte hohe Töne singen und auch mit den Armen schwingen.
    nja, nja, nja ...

  2. Igors tolles Morgensingen bringt den Meißnersaal zum Klingen.
    Wir wissen nicht wie's weiter geht, wenn er nicht mehr hier vorne steht.
    nja, nja, nja ...

  3. Tanzen war nicht seine Freude. Er ging Bolzen mit der Meute.
    Schoss den Ball im hohen Bogen, dass dabei die Fetzen flogen.
    nja, nja, nja ...

  4. Im Orchester sind die Dummen, die auf ihrer Bratsche brummen.
    Dass dies' nicht die volle Wahrheit, zeigte er in aller Klarheit.
    nja, nja, nja ...

  5. Jeden Abend tat der Igor singen mit dem Madrigalchor.
    Und um kurz nach Zehne dann stimmt Igor unsern Schlusskreis an.
    nja, nja, nja ...

  6. Hört ihr Leut' und lasst Euch sagen: Er will uns nun nicht mehr plagen.
    Was wir alle sehr bedauern. Lange werden wir noch trauern.
    nja, nja, nja ...


Freitag, 21. April 2000

Draußen sein ist immer fein

von Dorle und Steffen
Nach erfolgreichem Aufbau der Jurte war es nun so weit: Dem verweichenden Komfort der Burg sollte entflohen werden. Die steinzeitgemäße Übernachtung in der Jurte stand an. Der Weg dorthin führte bei stockdunkler Nacht über den Eselspfad. Der Mut der heldenhaften Kinder sollte bei dieser Wanderung auf eine besondere Probe gestellt werden: Kinderhasser und Frauenverächter der M 4 lagen im Gebüsch auf der Lauer, um durch gezielte Terrorakte den zarten Seelen der kleinen Götter den Frieden zu rauben.
Durch Indiskretionen aufgeschreckt, traten die Göttermütter walkürengleich in Aktion. Leider hatte sie die Botschaft zu spät erreicht. Die Kinder hatten dem Tod bereits unbeschützt ins Auge blicken müssen und berichteten stolz ob ihrer kühnen Taten.
Als Fazit ist zu bemerken: Die Kinder hatten als einzige von allen Beteiligten keine Angst. Die im Gebüsch sitzenden Terroristen hatten zunächst auch keine Angst. Dies änderte sich jedoch schlagartig, als die besorgten, angesichts der Gefahren für ihre Kinder zutiefst geänstigten Mütter auf die Gebüschsitzer zustürmten und die Moralkeule schwangen. Seitdem schläft auch Steffen nicht mehr angstfrei und bedarf liebevoller Zuwendung durch seine Mitbewohnerinnen, Ärztinnen, Psychologinnen und weiteres Hilfspersonal.

Die Wanderung

von Lisa und Jörn
Aufregende Zeiten für Leute die ausserhalb der schützenden Burgmauern übernachten, möchte man meinen, wenn man Schilderung von abenteuerlichen Gestalten hinter Bäumen und Büschen am Eselspfad hört, wie sie auf der Nachtwanderung der Meute 2 gesehen wurden. Andererseits muss man sich natürlich fragen, wie schützend Mauern sein können, in denen schwarze Katzen lebend eingeschlossen wurden, so dass man noch nach vielen Jahren in dunklen Nächten ihr Heulen vernehmen kann (wenn man einer der vorgetragenen Geschichten Glauben schenken kann).
Im Anschluss an die Nachtwanderung ging es dann zur Jurte, in der ein Lagerfeuer gemacht wurde. Nachdem Lydia, Marion und Holger Essbares mitgebracht hatten, wurde noch eine Kriminalgeschichte zum Besten gegeben. Bis Uwe gegen 1 Uhr sagte "Wer jetzt noch einen Ton von sich gibt, kann zurück zur Burg" kreisten die Chipstüten und wurde sich gut unterhalten.
Die Schlafenszeit war durch eisige Kälte gekennzeichnet, nicht zuletzt aufgrund des verlöschenden Feuers. Als besonders unangenehm entpuppte sich die Notwendigkeit, beim Aufsuchen der Toiletten in gänzlich ausgekühlte, klamme Hosen steigen zu müssen.
Am nächsten Morgen wachten die Kinder gegen 7 Uhr auf, stahlen sich aufgrund der arktischen Temperaturen gegenseitig die Decken und wollten ihr Lager dennoch nicht verlassen, so dass sie schließlich aus ihren Betten geschüttelt wurden. Ungekämmt und ungewaschen erschienen sie in den frühen Morgenstunden auf der Burg.

Die Müllsucher

von Lisa, Jörn und Richard
Lisa, Jörn, Eric & Gero Gleich nach dem Morgensingen streiften die Meuten 1 & 2 mit Müllsäcken bewaffnet durch Wald und Dickicht und haben allerlei Hinterlassenschaften von "Waldschändern" beseitigt. Die gefundenen und einer geregelten Entsorgung zugeführten Gegenstände reichten vom Moped bis zur ungeöffneten Bierdose. Als Belohnung für den tapferen Einsatz erhielten alle an der Such- und Aufräumaktion beteiligten von Lydia ein dickes Eis.
Unser Aufruf: Lasst keinen Müll liegen! Trinkhörner

Entdeckt

Massenproduktion von Trinkgefäßen für Häuptling Rote Locke. Ausgekocht und mit Hazweiozwei behandelt. Auf dass Meute 2 die steinzeitlichen Getränke stilecht genießen kann.


Samstag, 22. April 2000

Sammeln für's Osterfeuer

Holzsammler Wer meint, dass das Holzsammeln für unser Osterfeuer eine schweißtreibende Angelegenheit ist, der hat noch nie selbst mitgemacht. Denn wie man sieht haben Friedrich, Tilo, Biggi, Imke und Pamela genügend Zeit, auch mal einen Schönheitsschlaf nach anstrengender Nacht dazwischen zu schieben. Tauchen dann allerdings Multicar, VW-Bus und Hänger auf, gibt es viel zu tun und alle müssen anpacken.
Das Holz wurde zum einen - wie im letzten Jahr - rechts und links des Weges zwischen Pumpenhaus und Habichtsklippen und zum anderen unterhalb der Burg gesammelt. Wie ihr alle heute Abend sehen werdet, ist ein beträchtlicher Holzstoß zusammengekommen.
Das Sammeln zum Burgabtrieb Richtung Osterfeuer ist übrigens auf 20.30 Uhr verlegt.

Feuilleton

Kulturelle Höhepunkte gab es am gestrigen Karfreitag zu bewundern.
Zunächst faszinierten nachmittags die Kinder mit ihrer schauspielerischen Darbietung unter Bettinas Regie das Publikum.
Am Abend dann bot das Orchester unter der Leitung und Mitwirkung von Ludwig wieder wunderbare musikalische Unterhaltung. Auch die von Erika und Hans auf ihren Psaltern vorgetragenen Stücke waren eine Freude für die Ohren. Die von Bettina vorgetragene Geschichte von Schnecken-Mann rundete diesen äußerst gelungenen Abend ab.


Ostersonntag, 23. April 2000

Wir wünschen allen ein frohes Osterfest

... und besonders den Kleinen viele Ostereier vom Osterhasen!!!
Osterfeuer Letztgenannter hat am gestrigen Abend schon so manchen im Dunkeln mit seinen Schokoladeneiern überrascht. Dabei muss er sehr geschickt vorgegangen sein, denn unsere Reporter konnten bisher niemanden finden, der das Langohr bei seiner Tätigkeit beobachten konnte. Wer diesbezüglich sachdienliche und fotografische Hin- und Beweise erbringen kann, wende sich bitte an die Redaktion dieser Zeitung. Als Belohnung sind einige Erzeugnisse des Osterhasens selbst vorgesehen.

Osterfeuer 2000

... oder auch das Millenium-Osterfeuer.
Fleißige Helfer haben gestern dafür gesorgt, dass das diesjährige Osterfeuer wieder ein großer Erfolg war. Sogar das Wetter hat mitgespielt und uns einen unvergesslichen Abend beschert. Der Winter ist nun endlich aus dem Tor gejagt!!! - was die sommerlichen Temperaturen auch gleich bestätigen wollten.


Sonderausgabe, ein Beitrag von Ulla Schlieper

Lang ist's her
Ein Rückblick auf die vergangenen Familienwochen

Edda & Ulla Unsere wieder so gut gelungene Fam I vom 15. -23.4.2000 möchte ich gern einmal zum Anlaß nehmen, auf die zahllosen Veranstaltungen dieser Art hier auf der Burg zurückzublicken. Ich war jetzt die älteste Teilnehmerin und einzige Urgroßmutter, genoß alles im Nichtstun, die voll erblühte weiße Pracht der Kirschbäume und die gelben Rapsfelder und versank in Erinnerung an die alten Zeiten.
Schon 1952 kamen wir durch freundlichen Zufall auf die alte Wandervogel-Burg und waren begeistert. Der Form, nicht der Absicht nach, stellten wir damals schon eine Familienwoche dar, denn wir brachten ja alle mehrere Kinder mit, was übrigens den Aufenthalt vor fast 50 Jahren auch nicht sonderlich verteuerte. Walther Jantzen hatte als Herbergsvater und Burgwart dem Leben und Treiben hier oben eine ganz besondere Note verliehen. Unserer kleinen Gruppe Ludwigsteiner verschaffte er die Gelegenheit zum Zuhören sachkundiger Vorträge anderer Tagungen, wenn wir wollten. So lernten wir im Rittersaal die "Freie Akademie" kennen - dort wurden etliche außerkirchliche Religionsgemeinschaften vertreten - Freireligiöse, Unitarier, kritische Christen usw. Zu einem anderen Zeitpunkt konnten sich unsere Kinder und Jugendlichen mit im Iglauer Singkreis einbringen. Fritz Stolle setzte sich dafür ein, alte schöne Volksliedsätze und Volkstänze dem Nachwuchs zu übermitteln. Auch die "Europäische Jugendwoche" unter der Leitung von Hella Heynmöller lernten wir so nebenbei kennen.
Manch "alter Herr um 50!", der seine Wandervogel-Ideale über die NS-Zeit gerettet hatte, gründete bald nach dem Krieg eine Jugendgruppe. Nur, ob Jugend nicht lieber von Jugend geführt sein will? So fand die Jungenschaft oder die Gefährtenschaft - immer noch angelehnt an den d.j.1.11.-Stil von 1929 - mehr Anklang. Bis heute unbewußt. Auch in unserer Fam 1 wird eine Jurte auf dem Zeltplatz aufgebaut, und jede Oma singt gern das Lied von tusk: "Über meiner Heimat Frühling seh ich Schwäne nordwärts fliegen..."
Damals gingen wir sehr offen mit den vielen anderen Gästen um. Vor allem beim Abendsingen in der großen Hofrunde äußerte sich das. Jedes Grüppchen mußte sich mit einem ihm typischen Lied vorstellen: Schulklassen, Pfadfinder, Waisenkinder, eine pädagogische Arbeitsgemeinschaft, Rot-Kreuz-Schwestern aus Göttingen, nicht zuletzt wir als Ludwigsteiner. Obwohl der Betrieb wieder von Herbergseltern geleitet wurde und Walther Jantzen bald in Hessisch-Lichtenau am Gymnasium tätig war, rissen seine aktiven Bindungen zu den Ludwigsteinern nicht ab. Die Nachricht seines plötzlichen Todes 1962 hatte uns sehr erschüttert. Aber die gewohnten Veranstaltungen wurden weitergeführt und uns im "Nachrichtenblatt" angekündigt.
1972 startete Hildegard Knoch den gelungenen Versuch einer Familienwoche, in der die Kinder die Hauptsache darstellten.
Aber von A - Z mit Programmen versehen schuf 1973 Hilde-Lis Nothdurft mit Wilhelm Matern erst unsere Familienwoche in der Form, wie sie heut noch besteht. Als stabiles und bis zu 180 Teilnehmern anwachsendes Unternehmen haben die Beiden das 13 Jahre durchgeführt. Immer hatten sich aus den eigenen Reihen Mitarbeiter gefunden, die Jahre hintereinander die anfallenden Aufgaben erfüllten. Die Meuteeinteilung entstand damals und besteht bis heute. Immer wachsen wieder neue junge Talente aus den eigenen Familien heran. Aber auch im fortgeschrittenen Alter findet sich mancher, der sich aus Liebe zur Sache hier in die Arbeit stürzt. So unsere Friedesine Strüver. Ihren Kasper und seine Gegenspieler - meist Leute des Hochadels - kennen wir auch schon lange. Friede behielt 11 Jahre die Organisation in ihrer Obhut. Glücklicherweise hatten sich längst beizeiten "Die jungen Ludwigsteiner" (DjL) der Fam 1 als Team zusammengeschlossen, um gegebenenfalls die Sache zu meistern. Denn das Heranaltern birgt ja mehr Risiko fürs Weitermachen als das Heranwachsen.
Seit 1996 übernehmen nun Maike und Dorle, beide schon aus der "Jugend" kommend, die Verantwortung. Wollte ich die Namen der Helfer mit ihren jeweiligen Sonderaufgaben erwähnen, würde das Seiten füllen und vielleicht irritieren. Dies soll nur das Gerüst einer sich fortsetzenden großen Idee sein. Unsere Berichte in den Luwigsteiner Blättern sind ja auch aufschlußreich genug. Sammeln lohnt. Die diesjährige Woche stand unter dem Motiv "Steinzeit". Für die Kindern ergaben sich wunderbare Möglichkeiten: Keulen echt wirkend wie im Museum. Den "Bunten Abend" bewältigte die Jugend mit raffiniert guten Steinzeitszenen. Wir werden auf Igors Singstunden zwar in Zukunft fast ganz verzichten müssen. Aber es gibt ja auf allen Gebieten naturgemäß fließende Übergänge. Die Orchesterarbeit übernimmt Ludwig. Selbst 9jährigen verschafft er die Gelegenheit mitzugeigen. Mit Waltrauds einmaligen Masken stellte Bettina mit den Kindern ein wunderhübsches Tiermärchen auf die Bühne. Wir fuhren am Ostermontag wieder zufrieden und glücklich, daß alles so gut gelaufen ist, nach Haus.
Seit langem haben wir die Burg ganz allein für uns und damit alle nur möglichen Vorteile. Der Wirtschaftlichkeit des ganzen Betriebes käme es sehr zugute, wenn unsere Teilnehmerzahl noch etwas höher wäre.
Im Vergleich zu meinen eingangs beschriebenen Anfängen ist der Preis für den Aufenthalt ganz enorm gestiegen. Nur diese Gegenüberstellung von damals und heute stimmt nicht. Würden wir zurück wollen in die kalten Schlafsäle mit über 25 alten Wehrmachts-Bettgestellen mit Strohsäcken und harten Wolldecken? Klos und Waschgelegenheit im Keller. Einfachste Mahlzeiten im Gegensatz zu heute, obwohl auch jeder satt wurde. Wir können doch nicht zurück, von vorne anfangen und etwas anderes probieren. Aber wir könnten über das Thema ruhig mal offen reden. Schon in den alten Zeiten spitzte ich immer die Ohren, wenn unsere damals gescheitesten Köpfe über ihre widersprüchlichsten Zielvorstellungen die Zukunft betreffend diskutieren. Vielleicht gibt es gute Kompromisse.

Ulla Schlieper


Kritik und Anregungen an: webmaster@familienwoche.de