Ein Bild vom
Ludwigstein
Familienwoche Ostern 1997

Diesmal mit...
noch mehr Teilnehmern
vielen kleinen Kindern
einem großen Angebot an Aktivitäten
T-Shirts mit Jubiläumsaufdruck
ganz viel Lego
einem kleinen Mädchen, das erst am Freitag schlafen geht
einem sonnigen Großwandertag
einer stürmischen Nacht zum Karfreitag
einem super Osterfeuer
einer Exkursion in den Dschungel
und wie immer, mit sehr viel Spaß!!!

Das war sie also, die 25. Familienwoche. Traditionsgemäß wurde die Burg am Samstag von den Teilnehmern gestürmt. Wir waren wieder über 100 Personen, im Alter von 20 Monaten bis 86 Jahren! Birte bekam in diesem Jahr Verstärkung von einigen weiteren Kleinkindern. Wo immer die kleine Rasselbande auftauchte, sorgte sie mehr oder weniger lautstark für Trubel.
Anläßlich der 25. Familienwoche bedruckte Dorle mit unendlicher Geduld viele T-Shirts mit dem passend gestalteten Motiv unserer Namensschilder. Wer wollte, konnte sein Hemd dann noch farbig gestalten.
Die Liste der Angebote war in diesem Jahr so lang, daß die Schrift auf dem Tagesplan ganz klein war, damit alles Platz fand. Beginn des Programms war morgens um 7.00 Uhr. Während einige schwimmen gingen, traf sich um 7.30 Uhr bereits eine kleine Gruppe, um den Tag mit einem "5-Tibeter-Kurs" und Yogaübungen zu beginnen. Der Tag war ausgefüllt mit vielen traditionellen und auch wieder einigen neuen Aktivitäten. Ein riesiger Korb mit Lego stand die ganze Zeit über im Speisesaal für die Kinder bereit. Da wurden die tollsten Sachen gebaut, bis hin zu einer Gitarre, auf der dann die fetzigste Musik gespielt wurde. Die letzte offzielle Veranstaltung des Tages war um 22.15 Uhr "Entspannen mit Dorle". Danach traf man sich zu großen und kleinen Runden im Speisesaal. Mehr als einmal konnten sich die Letzten erst um 6.00 Uhr vom Kaminfeuer trennen. Auch die Kleinen fanden erst spät ins Bett. So antwortete Henriette (2 1/2) auf die Frage, wann sie denn schlafen wolle, mit ernster Miene: "Am Freitag!". Zum Glück war es da schon Donnerstag abend.
Am Mittwoch hatten wir wieder unseren "Groß-Mittel-Klein-Wandertag". Holger und seine Familie testeten diverse Strecken und stellten 3 unterschiedlich lange Wanderwege zusammen. So konnte jeder seinen Kräften entsprechend durch den Wald ziehen, um sich dann am Treffpunkt in der Nähe des "Alten Gerichts" zu Wanderbrot und heißem Tee einzufinden. Frei nach dem Motto: "Es führen viele Wege durch den Werra-Meißner-Kreis!", wurden unfreiwillig auch noch andere Routen erforscht. Trotz des sehr wechselhaften Wetters während der ganzen Woche, wurden wir am Wandertag mit viel Sonne verwöhnt.
Das krasse Gegenteil herrschte in der Nacht zum Karfreitag. Ein heftiger Sturm tobte derart wild um die Burg, daß immer wieder Dachziegel an den Fenstern vorbeipolterten und der Regen sogar durch die geschlossenen Fensterrahmen gedrückt wurde. Manch einer war schon kurz davor, sich anzuziehen, um für eine Evakuierung bereit zu sein. So war der Karfreitag weniger durch Besinnlichkeit, sondern mehr durch Aufregung geprägt. Das Personal mußte sich auf dem Burgberg mit umgestürzten Bäumen auseinandersetzen, bevor es die Burg erreichen konnte. Im Dach klafften ein großes und viele kleine Löcher. Ziegel wurden geschleppt und Götz kletterte stundenlang herum, um wenigstens die gröbsten Schäden zu beheben. Der Greif, der bis dahin weit sichtbar auf dem Turm thronte, hatte beschlossen, in dieser Nacht nun endlich fliegen zu lernen. Jedoch endete schon der erste Versuch nach ca. 150 Metern mit einer Bruchlandung, die ihm einige verbogene Schwanzfedern bescherte. Im Laufe des Tages legte sich dann die Aufregung und am Abend fanden wir uns schließlich alle im Meißnersaal ein. Von den Kindern in einem Theaterstück dargestellt, erfuhren wir, woher der Schnee seine Farbe bekam. Danach lauschten wir dem abwechslungsreichen Programm des Orchesters.
Am Samstagabend gab es wieder "eins der schönsten Osterfeuer, das wir je hatten". Durch den gekonnten Aufbau und mit Hilfe des Windes, brannte der Holzstoß innerhalb kürzester Zeit lichterloh. So hatte der Winter nicht die geringste Chance zu entkommen! Lange haben wir in dieser Nacht am Osterfeuer und am Kaminfeuer zusammengesessen. Die Letzten krochen erst in die Betten, als die Ersten schon wieder aufgestanden waren, um für den Brunch zu decken. Wieder wurden wir von der Küchencrew mit den verschiedensten Köstlichkeiten verwöhnt.
Am Abend riefen uns die Buschtrommeln in den tiefen Dschungel des Ludwigsteins. Dort wurden gerade die unterschiedlichsten Szenen für diverse Fernsehsender gedreht. Dank unseres Idealismus haben wir uns schließlich trotz schlechter Bezahlung dazu bereit erklärt, einige Statistenrollen zu übernehmen. Außer 2 dubiosen Urwaldeinwohnern, die den ganzen Abend immer wieder im Programm auftauchten, sahen wir tanzende Gorillas, ein Krokodil mit riesigem Maul und sogar Oberst Hathi zog mit seiner Elefantenpatrouille an uns vorbei. Es war ein erlebnisreicher Abend, mit noch viel mehr tollen Szenen, als ich hier nennen konnte.
Nach einer letzten langen Nacht am Kamin ging auch diese Osterwoche wieder viel zu schnell zu Ende. Sie war so ereignisreich, daß die Zeit wie im Flug verging. Die große positive Resonanz hat uns sehr gefreut. Auch wir hatten viel Spaß in dieser Woche.
An dieser Stelle noch mal ganz herzlichen Dank an all die vielen Helfer, die zu dem guten Gelingen beigetragen haben!
Außerdem ein ganz herzliches Dankeschön an die unermüdlichen Spender, die uns die Finanzierung der Familienwoche erleichtern!
Für nächstes Jahr haben wir uns schon viel vorgenommen. Erste Anmeldungen sind auch schon da. Also tschüs, bis spätestens April 1998!

Maike Wicke

Aus: Ludwigsteiner Blätter, 2/1997


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