Ein Bild vom Ludwigstein
"Wann sind wir endlich im Urlaub auf Burg Ludwigstein?"

Das war die Frage meiner Tochter Hanna, als wir mit dem Wohnmobil im letzten Sommerurlaub unterwegs waren. Also war klar, wir nehmen an der Familienwoche 1998 teil, während andere ihre Seele in der Südsee baumeln lassen. Statt Hotel mit Kinderbetreuung und Animationsprogramm selbst in die Hände spucken und den Urlaub mit einfachem Komfort selbst gestalten, welche Alternative!
Dennoch, schon am Ankunftstag wurden wir von alten Freunden stürmisch begrüßt, neue Gesichter hieß man herzlich willkommen. Das scheinbare Durcheinander in der Burg wurde von Maike und Dorle am Abend mit allen Eltern und Großeltern strukturiert, so daß sie ihr organisatorisches Talent in den nächsten Tagen zeigen konnten.
So wurde der Tag umrahmt vom täglichen Morgensingen und Abschlußsingen, wobei Igor wieder einmal Jung und Alt durch sein musikalisches und pädagogisches Können in den Bann zog. Der Vormittag und Nachmittag bildete zwei Aktivitätsblöcke, in denen nun Puppentheater, traditionelle Öhrchenwanderung, Basteln unter anderem von Blumen, Osterkörbchen, Schmuck, Luftballonbooten und Bumerang, sowie Töpfern, Bolzen, Schwimmen und Orchesterproben angesagt war. Nach dem Abendbrot tanzte Jung und Alt, wer wollte, nahm am Madrigaichor teil oder schloß den Tag mit Meditationen ab. Wer dann immer noch nicht ins Bett wollte, traf sich zu einem gemütlichen Plausch am knisternden Kaminfeuer. Nur das Wetter ließ uns alle noch von der Südsee träumen, die große Mittwochswanderung fiel deswegen buchstäblich ins Wasser. Nach der Besinnung zum Karfreitag stellten das Orchester unter der Leitung von Angela und der Madrigalchor unter Igor ihr Können unter Beweis. Abends präsentierten die Kinder ein gelungendes Theaterstück. Für das Osterfeuer halfen alle tatkräftig mit, so daß ein wunderschön gleichmäßig abbrennendes Feuer uns die Samstagnacht mit Stockbrot verwöhnte.
Ausschlafen und Brunchen, sowie Kaffeehausmusik bei Kaffee und Kuchen luden am Ostersonntag zum Verweilen ein, bis dann der Bunte Abend bevorstand. Hier sahen Groß und Klein die kürzeste Zusammenfassung der Titanicverfilmung, Dias von vergangenen Familienwochen, Gespensterkinder, es wurde getanzt, ein Ratespiel veranstaltet, Sketche vorgeführt und der Jugendchor stellte unter anderem unsere neue "Familienwochenhymne" vor. Alles in allem ein gelungener Abend, eine gelungene Osterwoche dank der Mithilfe aller Beteiligten, so daß uns dann der Abschied am Ostermontag schwer fiel.
Und nächstes Jahr? Klar fahren wir wieder hin, wo sonst kann man eine solche Gemeinschaft erfahren. Eines wünsche ich uns allen für die nächste Familienwoche:
May there always be sunhine
may there always be blue sky
may there always be new friends
may there always be me
Ach ja, hätte ich fast vergessen, das Beste an der Familienwoche war Ullas selbstgebackener Kuchen,
bis dann,

Euere Ruth Köhler

Aus: Ludwigsteiner Blätter, 3/1998


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