Geschichte

Die Geschichte der Familienwoche ist eng mit der der Burg verflochten und reicht somit weit zurück. Wir möchten im Jahr 1890 in die Erzählung einsteigen, als eine Berliner Schülergruppe bei ihren Streifzügen durch die nordhessische Natur den Ludwigstein als verlassene Ruine entdeckte. Durch Löcher im Mauerwerk erkämpften sie sich den Weg in das Innere der Burg, denn das abgeschlossene, noch intakte Burgtor sollte nicht beschädigt werden. Die Existenz dieses märchenhaften Ortes sprach sich bei den Jugendgruppen schnell herum. Um den Ludwigstein zu einer Begegnungsstätte zu machen und ihn als „Jugendburg“ wiederaufzubauen, wurde eine Vereinigung gegründet. Diese war eng mit der Wandervogelbewegung verbunden. Die jungen Wandervögel meisterten diese Aufgabe erfolgreich und brachten ihre Burg selbst durch die schwersten Zeiten der deutschen Geschichte. Heute steht der Ludwigstein, schöner als je zuvor, wieder für die Öffentlichkeit zur Verfügung.

Die bewegende Geschichte der Burg ist hier nur angerissen, und kann ausführlich unter folgendem Link nachgelesen werden:

 

Die Wandervögel der ersten Stunde suchten nach einem Weg, Ihre Ideen und Erfahrungen aus den vergangenen Zeiten aber auch die Liebe zur Natur und zu ihrer Burg weiterzugeben. Im Herbst 1972 kamen einige von ihnen mit ihren Enkeln auf dem Ludwigstein zusammen.

An dieser ersten Familienwoche nahmen rund zehn Erwachsene und doppelt so viele Kinder teil. Innerhalb der nächsten drei Jahre wandelte sich die Organisation stark und die Teilnehmerzahl vervierfachte sich. Im zweiten Jahr wurde das Treffen probehalber in die Osterferien gelegt, eine Idee, die sich bewährte.

Wandervogel unterhalb der Burg Ludwigstein 2009 © Gerd Zürner
das Symbol des Wandervogels unterhalb der Burg Ludwigstein 2009 © Gerd Zürner

Seit dieser Zeit hat mehrmals die Leitung gewechselt und auch auf Teilnehmerseite sind immer wieder neue Gesichter dazugekommen. Viele derer, die damals mit ihren Großeltern dabei waren, kommen heute mit ihren eigenen Kindern zur Burg und tragen so das Erbe der Wandervögel in die nächste Generation.

Die Veranstaltung lebt von einer ausgewogenen Mischung aus Tradition und Wandel. Einige Bräuche und Rituale haben sich bis heute gehalten und doch findet jede Generation ihre eigenen Wege, die Familienwoche zu gestalten und setzt andere Schwerpunkte. Jedes Jahr probieren wir Neues aus und freuen uns gleichzeitig auf die Programmpunkte, die wir schon aus Kindertagen kennen. Wir verbringen viel Zeit in der Natur, wandern, spielen, tanzen und singen gemeinsam. Wenn wir bei der Anreise den Burgfried sehen, auf dessen Spitze sich statt eines Wetterhahns ein Wandervogel dreht, wissen wir: Jetzt geht sie los, die schönste Woche des Jahres!

 

 

Der Text ist irgendwie zu einem Gemeinschaftsprojekt geworden
und stützt sich auf einen Teil der Recherchen von Tatjana Wander zu ihrer Examensarbeit…